Fondswissen Investmentfonds – ein Einblick

Die Situation ist für Geldanleger schwierig genug. Wer sich jedoch gut mit Geldanlagen auskennt, ist im Vorteil. Was die immer beliebter werdenden Investmentfonds genau sind und wie der Fondspreis zustande kommt.

Platz drei auf dem Treppchen haben sie schon erreicht. Investmentfonds steigen stetig in der Gunst der Anleger. Dies zeigt das Anlegerbarometer von Union Investment aus dem vierten Quartal 2015. Vor ihnen liegen nur die beiden Klassiker Immobilien und Gold. Ganz besonders sind es Aktienfonds, die Kunden zufrieden machen – und das mit deutlichem Abstand zu zinsgebundenen Produkten wie Fest- und Tagesgelder, die sich dagegen am Ende der Skala finden. Verständlich, denn schließlich gibt es hier angesichts der gegenwärtigen niedrigen Zinsen kaum Rendite. Zwar wollen immerhin fast die Hälfte (48 Prozent) der Befragten nun ihr Anlageverhalten überdenken. Doch noch immer ist es nur jeder sechste Anleger, der Fonds zu seinen Finanzanlagen zählt. Trotz ihrer Attraktivität gerade in der derzeitigen Marktsituation ändert sich das Anlageverhalten nur langsam. „Das liegt häufig an mangelndem Wissen darüber, wie Fonds funktionieren und welche Chancen sie bieten“, sagt Uwe Hanenberger, Berater bei der Rüsselsheimer Volksbank.

Fondspreise: Täglich berechnet

U. Hanenberger erklärt zunächst, was ein Investmentfonds ist: „Fondsgesellschaften, wie unser Partner Union Investment, bündeln das Geld vieler Anleger typischerweise in einem Sondervermögen. Dann legen es die Fondsmanager entsprechend der jeweiligen Fondsstrategie an. Für ihre Einzahlung erhalten die Anleger Fondsanteile. Sie werden so Miteigentümer am Fondsvermögen und haben Anspruch an den Erträgen des Fonds, zum Beispiel den Dividenden, Zinsen oder Kursgewinnen.“

Wie kommt nun der Preis eines Fondsanteils zustande, den die Fondsgesellschaft täglich ermittelt? Es ist eine im Grunde einfache Rechenvorschrift, die da lautet: aktuelles Fondsvermögen geteilt durch die Fondsanteile im Umlauf. Doch in der Praxis ist dies ein komplexer Prozess mit zahlreichen Beteiligten und aufwendiger technischer Unterstützung. Eine ganze Reihe von Daten sind Grundlage für die Preisberechnung: Kapitalmaßnahmen, wie Kapitalerhöhungen, Dividendenausschüttungen oder Aktienzusammenlegungen, die Schlusskurse des Vortages der im Fonds enthaltenen Wertpapiere, die Mittelzu- und Mittelabflüsse sowie Gebühren. Nahezu alle Kosten, die innerhalb eines Fonds anfallen, werden täglich abgegrenzt, sind also im Fondspreis jeweils anteilig enthalten. Dazu zählen insbesondere die Pauschal- und die Verwaltungsvergütung. Der vermutlich wichtigste Einflussfaktor für die Entwicklung des Fondspreises ist jedoch die regelmäßige Überprüfung der Fondszusammensetzung (Asset Allocation) und die daraus resultierenden Transaktionen und Entscheidungen des Fondsmanagers.

Gute Beratung ist gefragt

Je mehr Finanzkenntnisse Anleger haben, desto besser. Denn es geht schließlich ums Geld und damit um den eigenen Wohlstand. Eine Schlüsselrolle kommt dabei den Beratern zu. So meint auch U. Hanenberger: „Nehmen Sie dazu ruhig unsere Zeit in Anspruch und lassen Sie sich detailliert über alles informieren. Ein gutes Verständnis von Fonds lohnt sich im wahrsten Sinne des Wortes. Denn diese Geldanlagen bieten viele Chancen. Aber natürlich lassen wir Sie auch wissen, welche Risiken es unter Umständen geben kann.“ Auch wer schon Fondsbesitzer sei und zum Beispiel Fragen zu seinem jährlichen Depotauszug habe, könne sich gerne an einen Berater der Rüsselsheimer Volksbank wenden. Denn die Jahresabschlussunterlagen für das Jahr 2015 seien gerade jetzt zum Jahresbeginn an die rund vier Millionen Kunden des Fondspartners versendet.