Wenn Liguster die Kamille umzäunt

am 17. März 2015

„Nachbarschaft Böllensee“ hatte die Idee – Mitarbeiter der gewobau und Anwohner des Wilhelm-Sturmfelsplatzes wurden aktiv – Rüsselsheimer Volksbank unterstützt hautnah

Die Sonne scheint, es ist einer der ersten Frühlingstage. Auf dem Platz am Wilhelm-Sturmfels-Platz wird Liguster gepflanzt. Ein kleiner Junge blickt den Apotheker der Böllenseeapotheke an und sagt: „Dich kenne ich“, worauf Herr Meier antwortet: „Ich kenne Dich auch.“ 

Man kennt sich in der Böllenseesiedlung, man hilft sich und das ist die Grundlage. Auf Initiative der gewobau - Gesellschaft für Wohnen und Bauen Rüsselsheim mbH und der Evangelischen Martinsgemeinde wurde 2012 die Böllenseesiedlung in den Blick genommen. Die Martinsgemeinde entwickelte ein Konzept zum Aufbau eines Nachbarschafts- und Familienzentrums und beantragte Fördergelder. Die gewobau schmiedete eine Kooperation zwischen drei ortsansässigen Baugesellschaften (bauverein AG, gewobau und Nassauische Heimstätte) und beteiligte auch die Evangelische Martinsgemeinde und die Stadt Rüsselheim. Diese fünf Kooperationspartner gaben der Neuen Wohnraumhilfe gGmbH den Auftrag, einen Moderationsprozess unter dem Motto „Gemeinsam im Quartier“  in Gang zu setzen. Es gelang, die Akteure vor Ort zu vernetzen. Seit Mitte 2013 trifft sich monatlich eine Gruppe mit dem Namen „Nachbarschaft – Böllensee – die Ideenschmiede“. In einer der Sitzungen ist die Idee geboren, den Grünstreifen neben dem Trafohäuschen am Wilhelm-Sturmfels-Platz aufzuwerten. 

Schnell erklärten sich die Sparkasse und die Rüsselsheimer Volksbank eG in der Böllenseesiedlung bereit, die Idee finanziell zu unterstützen.

Nun konnte es losgehen. Mitarbeiter der gewobau, Anwohner, als auch Kinder aus der Siedlung, die von der Auszeit e.V. begleitet waren, trafen sich am 16.3.2015 auf dem Platz und wurden aktiv. Mit Liguster und Flieder wurde die Grünfläche umrandet. Dieser lebendige Zaun soll künftig Hunde fernhalten und auch die Hundebesitzer überzeugen, den Platz nicht als Hundeklo anzusehen, denn auf der Fläche entsteht ein Kräuterbeet. Jedes Jahr soll eine andere Heilpflanze ausgebracht werden und der Apotheker, Herr Meier, erklärt sich bereit, den Kindern der Kitas und der Schule im Quartier, den Nutzen der Pflanzen zu erklären und gemeinsam mit den Kindern die Pflanzen zu ernten. In diesem Jahr säten die Kinder Kamille und hatten viel Spaß dabei. Nach getaner Arbeit gab es Kuchen und Getränke und die Kinder schwatzten vergnügt durcheinander. Einige wollten wissen, wie die Kamille aussehen wird und wann die gewachsen ist. Natürlich wollten die Kinder auch wissen, wie man die Kamille nutzen kann. Ein Mädchen kannte die Heilpflanze schon und fragte, ob die im Sommer Kamillentee trinken dürfe, auch wenn sie keine Halsschmerzen habe. Ein anderes Mädchen sagte, Flieder zu pflanzen sei schon anstrengend und sie wolle nun darauf achten, dass alles schön wächst und keine Hunde den Platz als Klo nutzen.

An diesem Nachmittag wurde noch viel gelacht und Bewohner der Böllenseesiedlung kamen miteinander ins Gespräch. In  ein paar Wochen wird noch ein gebrauchtes 60cm hohes Stabgittertörchen eingebaut. Daran wird dann eine Tafel angebracht werden, worauf die Spender verewigt sind.

Für die Rüsselsheimer Volksbank ein absolutes MUSS, dabei zu sein. Die Nähe zur Bevölkerung und zur Region sind wesentliche Überzeugungen des genossenschaftlichen Gedankens.