Das Anlageverhalten hinterfragen – und ändern!

am 02. Dezember 2015

Wie eine Familie mit Geld umgeht, prägt ganze Generationen. Doch gerade in der Altersvorsorge gilt es, alte Verhaltensmuster aufzubrechen.

Menschen entscheiden nur selten wirklich rational, meistens handeln sie „aus dem Bauch“. Das gilt auch für ihr Verhalten in Sachen Geld. Nun beleuchtet eine aktuelle Studie von Union Investment den Einfluss der Familie auf das Anlageverhalten. Die Studie wurde wissenschaftlich begleitet von Prof. Dr. Rolf von Lüde von der Universität Hamburg und Prof. Dr. Christian von Scheve von der Freien Universität Berlin. Ein zentrales Ergebnis lautet: Der Einzelne trifft seine Entscheidungen häufig auf der Grundlage familiärer Erfahrungen und Werte. Denn die Familie trägt einen großen Rucksack an Erfahrungswissen mit sich herum, das der Einzelne von zu Hause mit auf den Weg bekommen hat. Der familiäre Erfahrungsschatz prägt das Handeln maßgeblich, dient dem als Richtschnur, hindert aber auch häufig daran, bestmögliche Anlageentscheidungen zu treffen. Es sind vor allem Glaubenssätze, Rollenmuster und Emotionen, die diesen familiären „genetischen Code“ ausmachen. Da vieles unbewusst vermittelt wird, ist der Einfluss der Familie auf die Geldanlage für viele nicht einmal erkennbar.

Vier von fünf Personen besprechen finanzielle Entscheidungen mit Familienmitgliedern. Und auch wenn das nicht passiert, so prägen die Einstellungen der früheren Generationen doch das Verhalten von Anlegern. Oft nicht zu ihrem finanziellen Vorteil, denn Glaubenssätze und Gefühle wirken oft stärker als Wissen und Vernunft.

Langlebige Verhaltensmuster

„Angenommen, die Eltern haben beim Börsencrash Anfang des Jahrtausends oder während der jüngsten Finanzkrise große Verluste erlitten. Dann hat sich bei ihnen möglicherweise die Einstellung ‚Aktien sind nur was für Zocker‘ durchgesetzt“, nennt Timo Schmuck, Bereichsleiter Vertrieb/Marketing bei der Rüsselsheimer Volksbank, ein Beispiel. „Ungeachtet der beachtlichen Kursanstiege in der Folge kann dies zu einem Glaubenssatz werden, den sie auch an ihre Kinder weitergeben. Im Umfeld historisch niedriger Zinsen hat sich die Rolle klassischer Anlageformen stark verändert, was sich früher bewährt hat, passt vielleicht heute nicht mehr in die Zeit.“

T. Schmuck benennt die Konsequenzen: „Die wenigsten Menschen hinterfragen ihre Prägung. Die Nachkommen im beschriebenen Fall werden wahrscheinlich nicht in Aktien oder andere renditeorientierte Anlagen investieren – obgleich es einige gute Gründe dafür gibt. Dadurch bleiben Anlagemuster über Generationen hinweg erhalten.“ Das Problem: Wenn sich solche Leitsätze von der konkreten Situation lösen und als allgemeingültig betrachtet werden, laufen die Menschen Gefahr, falsche Anlageentscheidungen zu treffen.

Der Handlungsdruck steigt

T. Schmuck betont, dass der Einzelne zunehmend gefordert sei. So steige die individuelle Verantwortung in Sachen Geldanlage, gerade etwa beim Thema Altersvorsorge. „Es geht darum, der Skepsis junger Erwachsener gegenüber dem Langzeitsparen zu begegnen. Mit Blick auf die Ergebnisse der Studie unseres Fondspartners versuchen wir den familiären Code zu erkennen und zu verstehen“, meint T. Schmuck und erläutert seine Beratungsstrategie zur immer wichtiger werdenden Finanzbildung: „Die Menschen müssen wissen, wie viele Erträge sie liegen lassen, wenn sie an klassischen Sparformen festhalten.“

Höher rentierliche Sparanlagen seien gerade bei der Altersvorsorge vorteilhaft. Mit Riester-Fondssparplänen, die auch in Aktien investieren, könnten Sparer langfristig von den Chancen der Kapitalmärkte profitieren. „Frühstarter haben natürlich einen Vorteil. Je eher sie mit dem Riestern beginnen, umso mehr zahlen sie bis zum Rentenalter ein. Und umso mehr staatliche Zulagen und eventuelle Steuervorteile nehmen sie mit – und umso besser kann das Geld über die Jahre arbeiten“, erklärt T. Schmuck weiter. Riestern ist auch wegen der garantierten Sicherheit attraktiv: Einzahlungen und staatliche Zulagen sind zum Beginn der Auszahlphase garantiert und können nicht verloren gehen. Neben den Chancen gibt es jedoch auch Risiken, wie zum Beispiel das Kursschwankungsrisiko. T. Schmuck rät Interessenten daher, sich in der Rüsselsheimer Volksbank individuell beraten zu lassen.