Unternehmensanleihen im Fokus

am 30. Juni 2014

Zinsen – Unternehmen bieten mehr als Staaten

Unternehmen zahlen für ihre Anleihen in der Regel etwas höhere Zinsen als Staaten. Über Geldanlagen in Fonds lässt sich dies gut nutzen.

Und es geht doch noch tiefer. Mit 0,15 Prozent hat die Europäische Zentralbank jüngst den Leitzins auf den niedrigsten Stand ihrer Geschichte gesenkt. Die Ziele dieser Maßnahmen in allen Ehren. Doch wer nach rentablen Geldanlagen sucht, hat es schwer. Viele Deutsche bevorzugen historisch sehr sichere Geldanlagen, wie etwa Staatsanleihen der Kernländer Europas. Wer aber einzig und allein auf Sicherheit setzt, läuft Gefahr, real Geld zu verlieren. Die Zinsen für sichere Geldanlagen sind so gering, dass sich nach Abzug der Inflation oft eine negative Rendite ergibt.

Viele europäische Unternehmen sind gute Schuldner

Andreas Schönheim, Vermögensberater bei der Rüsselsheimer Volksbank, weiß eine Alternative: „Auch für die Unternehmen in Europa ist es momentan günstig, sich bei privaten Anlegern Geld zu leihen. Aber sie zahlen bei gleicher Laufzeit meist etwas höhere Zinsen als europäische Kernländer. In der Regel schwanken ihre Kurse während der Laufzeit dafür etwas stärker.“

Wie stark, das ist abhängig von vielen Faktoren wie zum Beispiel der Qualität des Unternehmens, dessen Bonität. Bei Anleihen geht es dabei um die Frage, ob das Unternehmen das geliehene Geld am Ende der Laufzeit zurückzahlen kann. Wie für Länder auch, analysieren dies Ratingagenturen und vergeben dafür Bewertungen. Viele europäische Unternehmen besitzen eine gute Bewertung, einen „Investmentgrade“. Die Ausfallraten ihrer Anleihen liegen derzeit bei null. Die Industriebetriebe sind solide aufgestellt und ihre Verschuldung ist in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Auch erwarten Experten im laufenden Jahr einen gemächlichen Aufschwung der Konjunktur. Dies sollte den Unternehmen Rückenwind verschaffen.

Gut gemischt in einem Fonds

„Wer in der aktuellen Niedrigzinsphase nach attraktiven Alternativen für Geldanlagen sucht, ist bei europäischen Unternehmensanleihen also gut aufgehoben“, erklärt A. Schönheim. „Besser noch als mit einzelnen Anleihen fährt man dabei mit Fonds.“ Denn die Vielzahl an Papieren aus verschiedenen Branchen und Ländern sorge für eine gute Streuung und damit geringere Schwankungsrisiken. Außerdem wählen Fondsmanager die Anleihen erst nach einer intensiven Analyse der für die Wertentwicklung maßgeblichen Aspekte aus, etwa der Zinsbindungsdauer. „Derzeit könnte ein Schwerpunkt auf Anleihen liegen, die bald fällig sind. Denn ihr Wert schwankt aufgrund der kurzen Zinsbindungsdauer bei Zinsänderungen nur gering“, erklärt A. Schönheim.

Andreas Schönheim fasst zusammen: „Ein Fonds mit Unternehmensanleihen in Euro bietet derzeit höhere Erträge als ein Fonds mit Staatsanleihen der Kernländer Europas. Gut wäre es, wenn interessierte Anleger dafür bereits  Erfahrung mit einzelnen Unternehmens-anleihen oder Unternehmensanleihe-Fonds mitbringen. Auch wer sein Vermögen umstrukturieren möchte, kann über einen solchen Fonds nachdenken. Er bietet sich außerdem für einen Sparplan an.“ Er rät, dafür einen mittelfristigen Anlagehorizont – also mindestens drei Jahre – mitzubringen. Um Fragen im Detail zu beantworten, bietet A. Schönheim Interessierten gerne ein persönliches Gespräch in der Rüsselsheimer Volksbank an. Die Rüsselsheimer Volksbank gehört wie die Fondsgesellschaft Union Investment zur genossenschaftlichen FinanzGruppe.