Umdenken bei der Geldanlage

am 25. November 2014

In wechselvollen Zeiten wie diesen kann eine Anlagestrategie helfen, die auf klaren Regeln basiert. Ganz ohne Emotionen.

Die Zeiten an den Kapitalmärkten sind schwierig. Verzinste Geldanlagen bieten nur extrem niedrige Zinsen – insbesondere im Euroraum vermutlich noch für längere Zeit. Aktien dagegen sind vergleichsweise attraktiv, aber auch schwankungsintensiver. „Heute verhält es sich bei der Geldanlage ähnlich wie beim Bergsteigen“, erklärt Andreas Schönheim, Berater bei der Rüsselsheimer Volksbank, das aktuelle Marktgeschehen. „Es gilt, stets die Risiken im Auge zu behalten – und zwar möglichst losgelöst von den eigenen Gefühlen.“ Gerade bei Euphorie, Angst oder gar Panik sei eine Enttäuschung bei den Anlageentscheidungen meist vorprogrammiert. Der Berater weiß aus seiner Beratungspraxis, dass Anleger Aktien oft gerade dann kaufen, wenn sie in aller Munde, ihre Kurse aber häufig schon zu hoch zum Einstieg sind. Oder sie verkaufen in Abwärtsbewegungen der Märkte zu spät, weil sie an der Hoffnung auf einen baldigen Aufschwung festhalten. Und auch der Rat des legendären Börsen- und Finanzexperten André Kostolany bewährt sich nicht immer: „Kaufe Aktien und lege dich schlafen. Nach vielen Jahren bist du reich“, war sein Credo. Doch in Krisenzeiten ist ein „Weiter so“ nicht unbedingt die beste Strategie.

Auf Trendänderungen reagieren

Wichtig ist es vielmehr, zwischen kurzfristigen Korrekturen und grundlegenden Trendänderungen zu unterscheiden. Auf Letztere sollten Anleger reagieren. Doch genau das ist schwierig, da sie in der Regel nicht über genug Informationen beziehungsweise Kenntnisse verfügen und zudem die Emotionen ins Spiel kommen. „Eine Anlagestrategie, die auf klaren Regeln basiert und automatisch bei bestimmten Signalen einen Kauf oder Verkauf auslöst, kann hier helfen“, sagt A. Schönheim und verweist auf ein neuartiges Managementkonzept seines Fondspartners Union Investment. Dabei werde nicht die Ertragskomponente gesteuert, sondern die Risiken. Diese wiederum würden durch vorab gesetzte Regeln zum Ein- und Ausstieg begrenzt. „Das funktioniert über ein sogenanntes Trendfolgemodell. Verschiedene Indikatoren zeigen dabei an, wenn sich die Börsensituation grundlegend geändert hat und eine Anpassung der Fondsstruktur vorgenommen werden sollte“, erklärt A. Schönheim. In einem Abwärtstrend reagieren die Fondsmanager dann beispielsweise, indem sie nicht mehr in den betroffenen Markt investieren. „Das kann Anleger vor starken Verlusten bewahren; ihrem Sicherheitsbedürfnis wird damit Rechnung getragen, ohne jedoch Marktchancen auszuschließen“, so A. Schönheim. Ob dies eine gute Anlagealternative sein kann, sollten Interessierte jedoch in einem Gespräch mit ihrem Berater klären. „Wir können im Detail über Chancen und Risiken solcher Geldanlagen sprechen“, bietet A. Schönheim an.