Sicherheitsorientierte Anleger setzen auf die Euroländer

Rüsselsheim, 24. Oktober 2013

Niedrigen Zinsen ein Schnippchen schlagen.

Historisch niedrige Zinsen und trotzdem attraktive Renditen, geht das? Jeder, der heute eine passende Geldanlage für sich sucht, stellt sich diese Frage. Wer ein gewisses Risiko zu tragen bereit ist, setzt in diesen Zeiten auf Aktien. Doch welche Möglichkeiten bieten sich Anlegern, die verzinsliche Papiere bevorzugen? Uwe Eifinger, Experte bei der Rüsselsheimer Volksbank, beschreibt das Dilemma, in dem sich vor allem sicherheitsorientierte Anleger derzeit befinden: „Das Zinsniveau ist gegenwärtig so niedrig, dass für Anleger abzüglich der Inflationsrate unter dem Strich kaum etwas übrig bleibt.“ Doch es gebe auch dafür Lösungen – beispielsweise indem Anleger sich die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) zunutze machten.

U. Eifinger erklärt, wie das funktioniert: „Bei Anleihen mit längeren Laufzeiten sind es eher die Inflationserwartungen und die Konjunktur, die für die Entwicklung der Kurse maßgeblich sind. Doch bei kurzlaufenden Anleihen spielen die Entscheidungen der EZB eine bedeutende Rolle.“ Wichtig wäre also, genau auf Aussagen von Experten der EZB zu achten. So hätten sie jüngst wieder gesagt, dass sie die Zinsen mindestens bis zum Sommer 2014 niedrig halten werden. Außerdem haben die Währungshüter Eurolands angedeutet, zur Stabilisierung der hoch verschuldeten Euroländer Italien und Spanien deren Anleihen zu kaufen.

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Die EZB-Politik spielt eine große Rolle

„Wer Geld in kurzlaufende Anleihen von Spanien und Italien vor rund einem Jahr angelegt hat, konnte nicht nur von den laufenden Kuponzahlungen profitieren, sondern auch von attraktiven Kurszuwächsen dieser Papiere“, so U. Eifinger. Das klare Bekenntnis der Währungshüter für den Erhalt der Gemeinschaftswährung und die damit verbundenen geldpolitischen Maßnahmen sorgten für die verstärkte Nachfrage kurzfristiger Anleihen aus diesen EU-Ländern.

„Aber auch die Kernmärkte des Euroraums wie Deutschland und Frankreich bieten interessante Anlagemöglichkeiten, beispielsweise mit Unternehmensanleihen, die im Vergleich zu Bundesanleihen höhere Renditeaufschläge liefern. Letztlich entscheidend für den Anlageerfolg ist jedoch die ausgewogene Mischung der Anlageinstrumente.“ Dies sei ein aktuelles Beispiel, wie Anleger die Aktivitäten der Europäischen Zentralbank für sich nutzen könnten. „Einfach ist das für private Anleger allerdings nicht umzusetzen“, sagt U. Eifinger und erläutert: „Es gibt jedoch Rentenfonds, die einen Schwerpunkt auf Anleihen der Euroländer legen. In erster Linie zählen dazu Anleihen von Staaten und staatsnahen Institutionen. Dabei verfolgen die Fondsmanager die Zentralbankpolitik sehr genau und richten die Zusammensetzung der Wertpapiere im Fonds aktiv danach aus. Sie achten aber auch auf Ausgewogenheit, also ein angemessenes Verhältnis von Chance und Risiko, zum Beispiel durch unterschiedliche Laufzeiten der Papiere oder die Beimischung von Fremdwährungen.“

U. Eifinger fasst zusammen: „Konservative Anleger haben beispielsweise mit solchen Rentenfonds gute Chancen auf attraktive Renditen – und das trotz niedriger Zinsen.“ Er betont aber auch, dass eine Beratung stets ratsam sei und bietet gerne ein persönliches Gespräch in der Rüsselsheimer Volksbank an; diese arbeitet mit Union Investment, der Fondsgesellschaft in der genossenschaftlichen FinanzGruppe, zusammen.