Vertreterversammlung der Rüsselsheimer Volksbank blickt auf erfolgreiches Geschäftsjahr 2020

Genossenschaftlicher Förderauftrag im Fokus - Wachstum bei Einlagen, Krediten und Bilanzsumme - Rechtsstreit anhängig

Rüsselsheim. Am 29. April findet die Vertreterversammlung der Rüsselsheimer Volksbank eG coronabedingt erneut als virtuelle Veranstaltung statt. Ausschließlich Positives kann der Vorstand zur Geschäftsentwicklung der Genossenschaft den Vertreterinnen und Vertretern mitteilen.

So hat die Bank in 2020 ihre Kundenkredite, -einlagen und die Bilanzsumme erneut deutlich gesteigert. Mitgliedern, Vertreterinnen und Vertretern, Unternehmen sowie Kundinnen und Kunden steht sie damit in der Corona-Krise zuverlässig zur Seite. „Das auf Stabilität und Nachhaltigkeit ausgerichtete Geschäftsmodell wird von der Kundschaft geschätzt und honoriert. Dieses Vertrauen, gepaart mit der Zuversicht, die sich aus dem engen Miteinander von Mitgliedern, Aufsichtsrat, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Vorstand speist, kommt uns in der aktuellen Krisensituation zugute“, unterstreicht Vorstand Josef Paul. „So konnten wir – trotz der großen Herausforderungen – das vergangene Geschäftsjahr erneut erfolgreich abschließen.“

Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kundinnen und Kunden der Bank hat der Infektionsschutz hohe Priorität. Das wirkte sich auch auf das Verhalten im Zahlungsverkehr aus: Während Bargeldzahlungen und Abhebungen an den Geldautomaten deutlich zurückgingen, zahlten die Kundinnen und Kunden vermehrt per Karte oder Smartphone. Auch internetgestützte Zahlungen im Onlinehandel nahmen zu. „Es freut mich besonders, dass immer mehr Unternehmen in unserer Region die Möglichkeit anbieten, digital und zugleich lokal bei ihnen einzukaufen“, betont Paul.

Einlagen steigen um 4,4 Prozent


Die große Nähe der Bank zu Mitgliedern und Region schlägt sich auch in ihrer bilanziellen Entwicklung nieder. So erhöhte sich die Bilanzsumme um neun Prozent auf 724 Millionen Euro. Die bilanziellen Kundeneinlagen stiegen um 4,4 Prozent auf rund 549 Millionen Euro. „Das Vertrauen unserer Mitglieder sowie Kundinnen und Kunden ist hoch“, betont Vorstand Markus Walter. „Die Pandemie führte 2020 zudem dazu, dass die Sparquote allgemein stieg. Das machte sich auch in unserem Einlagengeschäft bemerkbar.“


Inklusive Fondsanlagen, Wertpapierdepots und Bausparguthaben betreute die Bank zum Jahresende 2020 Kundengelder in Höhe von etwa 903 Millionen Euro, ein Plus von 4,5 Prozent. „Menschen, die 2020 größere Geldbeträge zur Seite gelegt haben, sollten sich – sofern noch nicht geschehen – Gedanken über eine langfristige Anlagestrategie machen“, empfiehlt Walter. „Anlageinstrumente wie Aktien und Fonds stellen hier lohnende Alternativen zum Tagesgeldkonto dar. Das gilt im aktuellen Zinsumfeld ganz besonders.“

 


Gewerbliches und privates Kreditvolumen steigt


Auch im Kreditgeschäft erzielte die Genossenschaftsbank 2020 ein weiteres Wachstum. „Wir freuen uns sehr, dass den Einlagenzuflüssen 2020 auch ein Kreditzuwachs gegenübersteht. Unseren privaten und gewerblichen Kundinnen und Kunden stehen wir als verlässliche Finanzierungspartner zur Seite“, unterstreicht Paul. Zusammen mit den an die Partner der genossenschaftlichen FinanzGruppe vermittelten Darlehen liegt der Bestand bei rund 763 Millionen Euro, was einem Anstieg um etwa acht Prozent entspricht. Das bilanzielle Kundenkreditvolumen stieg um 3,5 Prozent auf 486 Millionen Euro.


Insgesamt wurden Kredite im Volumen von rund 120 Millionen Euro neu abgeschlossen, nach etwa 104 Millionen Euro im Vorjahr. Der Schwerpunkt der Finanzierungen liegt im Immobilienbereich. „Zugenommen haben vor allem die Investitionen in Modernisierung und Sanierung von Bestandsimmobilien. Wichtige Themen waren unter anderem Barrierefreiheit und Energieeinsparungen“, berichtet Walter. „Unterstützung bieten hier auch die öffentlichen Förderbanken. Unsere Kundinnen und Kunden beraten wir dabei, ob Fördermittel für sie infrage kommen und wenn ja, welches Programm für sie optimal ist.“


Überschuss auf dem sehr guten Niveau der Vorjahre


Besonders anerkennend äußern sich die Vorstände über die 96 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank. „Dass wir so gut durch das vergangene Geschäftsjahr gekommen sind, verdanken wir dem vorbildlichen Einsatz und der enormen Leistungsbereitschaft unserer Belegschaft. Auch in der Corona-Krise gilt: Genossenschaftliches Bankgeschäft lebt vom Miteinander der Menschen in der Region – unabhängig davon, über welche Kanäle wir miteinander kommunizieren.“


Den Herausforderungen durch Pandemie und Niedrigzins zum Trotz erwirtschaftete die Bank einen Jahresüberschuss, der mit 1,45 Millionen Euro auf dem sehr guten Niveau der Vorjahre lag. Die Gesamtkapitalquote des Instituts erreichte Ende 2020 21,3 Prozent und lag damit deutlich über den Anforderungen der Bankenaufsicht. „Das gibt uns Sicherheit und zugleich Spielraum für die Kreditvergabe“, unterstreicht Paul. Der Vertreterversammlung will die Bank empfehlen, den Mitgliedern wie im Vorjahr eine Dividende von zwei Prozent auszuschütten. Hinzu kommt die Ausschüttung aus dem Mitgliederbonusproramm. Somit ergibt sich eine Gesamtausschüttung von durchschnittlich fünf Prozent.


Rechtsstreit anhängig


„Es macht uns alle - Mitglieder, Vertreterinnen und Vertreter, Aufsichtsrat, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie uns im Vorstand - stolz, wie wir Hand in Hand unseren Förderauftrag als Genossenschaft erfüllen. Damit leisten wir einen wirksamen Beitrag zu Wirtschaft und Gesellschaft hier in Rüsselsheim“, stellen die Vorstände heraus. Leider würden seit nunmehr einem Jahr durch juristische Auseinandersetzungen Kräfte und Mittel in der Genossenschaft gebunden, die an anderer Stelle besser eingesetzt wären. Doch zu den Aufgaben des Vorstandes gehört auch, Schaden von der Genossenschaft fernzuhalten. „Hier sehen wir uns in der Pflicht“, erklärt Paul.


Aktueller Hintergrund ist die Klage eines Mitglieds, der Heinz Mayer Immobilien GmbH, gegen die im Jahr 2020 durchgeführte Wahl zur Vertreterversammlung. In dieser Klage wird beantragt, die Unwirksamkeit der Vertreterwahl festzustellen. Paul: „Die Motive des Mitglieds beziehungsweise seines Geschäftsführers Herrn Yavuz Duranoglu oder des Mitgesellschafters Mahmut Duranoglu kennen wir nicht. Wir vermuten, dass hier versucht wird, mit Hilfe vorgeschobener Argumente Einfluss auf die Bank zu erlangen. Daher wehren wir uns mit allen juristischen Möglichkeiten gegen diese Angriffe auf unsere Genossenschaft.“ Markus Walter ergänzt: „Die Vorwürfe sind unbegründet. Alle rechtlichen und satzungsmäßigen Vorgaben wurden eingehalten. Davon hat sich der aus Genossenschaftsmitgliedern bestehende Wahlausschuss ein Bild verschafft und die Gültigkeit der Wahl festgestellt.“ Der Vorstand zeigt sich überzeugt, dass die zuständigen Gerichte dies ebenso sehen werden.