Vermögensaufnahme

Ausgangspunkt jeder Planung ist die Aufnahme der Ist-Situation. Es wird das Vermögen und die Schulden der einzelnen Person aufgenommen. Dies gilt auch für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner. Gemeinsames Vermögen und gemeinsame Schulden entsprechend hälftig, wenn keine andere Vereinbarung dem gemeinsamen Vermögen zugrunde liegt. Bei gemeinsamen Schulden steht der jeweilige Ehegatte/eingetragene Lebenspartner für den gesamten Betrag ein.

vereinfachter Status

Besteht Ihr Vermögen aus Kapitalanlagen bei einem Kreditinstitut, Lebensversicherungen, Rentenversicherungen, Sparplänen und evtl. einem Wohneigentum, so können Sie für die Vermögensaufnahme den VR-Vorsorgestatus übernehmen und ausfüllen. Beim Ausfüllen beachten Sie bitte, dass sämtliche Vermögenswerte (auch bei anderen Kreditinstituten) aufzunehmen sind.  Denn nur die komplette Aufnahme führt zu einem verwendbaren Vermögensstatus.  Der Vermögensstatus wird zu einem bestimmten Stichtag vorgenommen. Die Verkehrswerte sind anzusetzen (Nominalbeträge, Börsenkurse, Verkehrswert des Wohneigentums).

ausführlicher Status

Setzt sich das Vermögen durch verschiedene Kapitalanlagen in Form von Wertpapieren, Immobilien, geschlossenen Fonds usw. zusammen, so bietet sich eine Privatbilanz zu einem bestimmten Stichtag an. Hierbei ist darauf zu achten, dass sämtliche Vermögenswerte (auch bei anderen Kreditinstituten) und Verbindlichkeiten einschl. Rückstellungen (mögliche Steuernachzahlungen etc.) aufgenommen werden. Das Vermögen ist mit den Verkehrswerten (Börsenkurs, Rücknahmepreis, Rückkaufswert usw.) anzusetzen. Die Schulden und Rückstellungen mit dem Nominalbetrag (Geldbetrag). Der Steuerwert entspricht unter dem aktuellen Bewertungsgesetz vielfach dem Verkehrswert.  Einzelne Vermögensgegenstände sind jedoch auf Grund von steuerlichen Verschonungsregeln steuerbefreit, so dass bei diesen Positionen der Steuerwert sich von dem Verkehrswert (auch gemeiner Wert genannt) unterscheidet. Hierzu zählt das Betriebsvermögen, wenn der Betrieb von dem Familienangehörigen oder einem anderen unentgeltlichen Erwerber - unter Beachtung bestimmter Kriterien - weitergeführt wird. Das Wohneigentum (sog. Familienheim) bleibt steuerfrei, wenn es an den Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner weitergereicht wird. Dies gilt auch bei einer Erbschaft, wenn ein Kind das Wohneigentum weiter nutzt. Auch beim Wohneigentum sind bestimmte Kriterien für die Steuerbefreiung zu beachten.

Liegt das steuerliche Eigenkapital (Vermögen) innerhalb der zur Verfügung stehenden persönlichen Freibeträge, so bleibt der Erwerb steuerfrei. Bei einem länger lebenden Elternteil und zwei Kinder beträgt der Freibetrag pro Kind 400.000 Euro, somit in der Summe 800.000 Euro. Zu beachten ist, dass alle Erwerbe (auch Schenkungen) innerhalb von 10 Jahren zur Berücksichtigung des Freibetrags zusammengerechnet werden.

In die Spalte Steuerwert kann auch der Erwerb eingetragen werden. Der Steuerwert ist i.d.R. der gemeine Wert. Bei Immobilien kann auf den Verkehrswert eines Sachverständigen zurückgegriffen werden, wenn er niedriger ist wie der typisierte gesetzliche Wert. Siehe zur Privatbilanz das weiter unten stehende Beispiel.